FTD-Verhalten verstehen und darauf reagieren
Verhaltenssymptome im Zusammenhang mit FTD stellen oft eine erhebliche Herausforderung dar, nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für ihre Angehörigen. FTD-bedingte Verhaltensweisen wie Enthemmung, Apathie, Zwanghaftigkeit oder Empathieverlust sind schwer zu bewältigen und führen häufig zu erhöhter Belastung und Burnout bei den Pflegenden. Im Verlauf der Erkrankung stehen viele Familien vor der schwierigen Entscheidung, ob sie ihren Angehörigen in die häusliche Pflege mit professionellen Pflegekräften oder in eine Langzeitpflegeeinrichtung verlegen.
Viele Pflegeeinrichtungen, insbesondere solche mit Erfahrung in der Alzheimer-Behandlung, fühlen sich jedoch möglicherweise nicht ausreichend vorbereitet, Menschen mit frontotemporaler Demenz (FTD) zu betreuen, da sich die Verhaltenssymptome der FTD deutlich von denen anderer Demenzformen unterscheiden. Einrichtungen gehen oft davon aus, dass Gedächtnisverlust die größte Herausforderung darstellt, während bei FTD häufig die Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen im Frühstadium am stärksten ausgeprägt sind. Diese unterschiedlichen Erwartungen können sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei den Angehörigen zu Frustration führen und, was noch wichtiger ist, die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen.
Um eine erfolgreiche Behandlung zu gewährleisten und das Risiko von Verhaltensauffälligkeiten zu verringern, ist es unerlässlich, dass die Behandlungsteams über fundierte Kenntnisse der Erkrankung sowie über praktische, personenzentrierte Strategien zum Umgang mit FTD-bedingten Verhaltensweisen verfügen. Ein einfühlsamer und rücksichtsvoller Umgang kann die Kommunikation deutlich verbessern, Belastungen reduzieren und die Würde und das Wohlbefinden der Betroffenen stärken.
Praktische Strategien
- Kennen Sie die Symptome der Krankheit.Die Verhaltensweisen bei FTD sind nicht willentlich. Sie resultieren aus der Degeneration des Gehirns, typischerweise im Frontal- und Temporallappen. Dies wirkt sich direkt auf Verhalten und Persönlichkeit aus. Oftmals unterscheiden sich die Verhaltensweisen deutlich von dem früheren Verhalten der betroffenen Person. Häufige Verhaltensweisen sind:
- Enthemmung – unangemessene Handlungen oder Kommentare
- Apathie oder mangelnde Motivation
- Zwanghafte oder sich wiederholende Verhaltensweisen
- Verlust von Empathie
- Schlechtes Urteilsvermögen oder Impulsivität
Das Verständnis dieser Symptome kann Ihnen helfen, mit Mitgefühl statt mit Frustration zu reagieren. Verhaltenssymptomdiagramm der AFTD Hinweise zum richtigen Vorgehen bei der Beantwortung von Fragen.
- Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie Konfrontationen.
- Verwenden Sie einen neutralen Tonfall und eine neutrale Körpersprache.
- Streiten Sie nicht, korrigieren Sie nicht und versuchen Sie nicht, mit Argumenten zu sprechen. Logik hilft oft nicht weiter.
- Vermeiden Sie Machtkämpfe.
- Umlenken und ablenken
- Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf ein anderes Thema oder eine andere Aktivität. Wenn sie beispielsweise auf eine sich wiederholende Frage fixiert sind, lenken Sie sie mit einem Snack, einem Spaziergang oder einer vertrauten Aufgabe ab.
- Schaffe Struktur und Routine.
- Vorhersehbarkeit trägt dazu bei, Verwirrung und Angst zu reduzieren.
- Halten Sie Ihre täglichen Routinen konstant (Mahlzeiten, Baden usw.).
- Reizüberflutung reduzieren (Lärm, Menschenmengen, Unordnung).
- Grenzen setzen und Umgebung verändern
- Beseitigen Sie Auslöser; wenn beispielsweise Weglaufen ein Problem darstellt, verriegeln Sie die Außentüren oder verwenden Sie Alarmanlagen.
- Der Zugang zu gefährlichen Gegenständen (Messer, Autoschlüssel, Kreditkarten, Schusswaffen und Medikamente) sollte eingeschränkt werden.
- Verwenden Sie Schilder oder Beschriftungen, um die Orientierung und das Verständnis zu erleichtern.
- Vereinfachen Sie die Kommunikation
- Sprechen Sie langsam und deutlich in kurzen Sätzen.
- Verwenden Sie Gesten oder visuelle Signale.
- Haben Sie Geduld und geben Sie uns Zeit zum Antworten.
- Empathie zeigen und bestätigen
- Zeigen Sie Verständnis für die Gefühle der Person (“Ich sehe, dass Sie verärgert sind”), auch wenn das Verhalten irrational ist.
- Versuche nicht, verzerrte Gedanken zu korrigieren. Begegne ihnen dort, wo sie kognitiv stehen.
- Konzentriere dich auf Stärken und Interessen
- Binden Sie die Person in Aufgaben oder Hobbys ein, die ihr noch Spaß machen oder die sie vielleicht einmal aufnehmen möchte.
- Die Aktivitäten sollten an die aktuellen Fähigkeiten der Kinder angepasst werden, um deren Engagement und Selbstwertgefühl zu fördern.
- Verändern Sie die Umgebung
- Verhaltensanalysen durchführen AFTDs Verhaltenstracker Auslöser und potenzielle Trends ermitteln.
- Wenn Auslöser identifiziert sind, versuchen Sie, den Auslöser zu verändern oder zu vermeiden, anstatt zu versuchen, die Reaktion der Person zu ändern.
- Zusammenarbeit mit Spezialisten
- Arbeiten Sie mit Neurologen, Fachkräften für Verhaltensgesundheit und Ergotherapeuten zusammen, um einen umfassenden Behandlungsplan zu entwickeln.
- Medikamente sollten nur dann in Betracht gezogen werden, wenn nicht-pharmakologische Maßnahmen nicht ausreichen und unter fachkundiger Aufsicht.
- Unterstützen Sie die Pflegeperson
- Fördern Sie Kurzzeitpflegeangebote und Selbsthilfegruppen, um die Isolation und das Burnout von pflegenden Angehörigen zu verringern.
- Schaffen Sie offene Kommunikationswege zwischen Familie, Einrichtungspersonal und medizinischen Teams.
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